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Donnerstag, 4. April 2013

Die Jugend - Ich verstehe kein Wort

Wer von uns schaut nicht gerne mal zurück, zurück auf vergangene Tage, bestimmte Momente oder Situationen. Ich habe heute morgen mal ein wenig über die "Jugend heutzutage" nachgedacht und mich gefragt, ob wir auch so waren?


Man kann überall bei Facebook & Co. lesen: "WIR WAREN HELDEN", aber waren wir das wirklich? Sind es nicht eher die Kids von Heute, die in einer Welt voller Drogen, Sumpf und Korruption versuchen müssen - SAUBER zu bleiben? Ich weiß es nicht, frage es mich aber sehr oft. 

Wir hatten es damals alleine in der Arbeitswelt wesentlich einfacher, eine Anstellung beziehungsweise eine Lehrstelle zu finden. Gut, unsere Eltern haben uns auch von Geburt an geimpft, dass ein guter Job das A und O im Leben ist. Nur - bei uns waren es vielleicht 40 Bewerber, wenn man viel Pech hatte - heute stehen Hunderte von Konkurrenten mit dem Bewerbungsbogen in der Hand vor dem zukünftigen Lehrherrn. Auf der anderen Seite erlernten wir Berufe, die kurz nach der Gesellenprüfung wieder abgeschafft wurden - so jedenfalls ist es mir ergangen.

Wir lernten auch, besser zuzuhören als unsere jetzige Generation, ganz einfach, weil wir nirgendwo per Mausklick eine Antwort fanden. Wir mussten noch echte Bücher mit Seiten zum Umblättern, wälzen, wenn wir eine Frage hatten. Oder wir waren genötigt, Lehrer oder Eltern zu fragen, besser noch, im Unterricht oder bei einer Unterhaltung zuzuhören.

Strom war zwar toll, aber wir brauchten ihn nicht, um unsere Freunde zu sehen. Wir nutzten deren Klingel, wenn wir sie Auge in Auge treffen wollten. Heute sitzt man sich via Webcam gegenüber und merkt gar nicht, wieviel Qualität einer Freundschaft auf diesem Weg verloren geht. 



Was ich allerdings sehr grenzwertig finde ist das Verstehen der Generationen untereinander. Also ich hatte extreme Schwierigkeiten meine Kinder zu verstehen. Ich hätte eigentlich einen Langenscheidt (Übersetzung für die heutige Generation: Übersetzer von der einen Sprache in die andere, allerdings mit Einband und aus Papier) für jugendliche Umgangssprache benötigt, hätte ich alles verstehen wollen, was mir entgegen geschrieen wurde, als die Pubertät sie im Griff hielt.

Kurzer Blick auf ein Gespräch zwischen Mutter und Sohn:

"Ey, geh mir  nich aufn Piss, ich chill grad mit mein Bro"! ...in Boxershort auf dem Bett hockender Teenie mit Headset auf dem Kopf
"Aja, gut, was auch immer das heißt, komm in 2 Minuten runter zum Essen." - kopfschüttelnde Mutter, die kein Wort versteht.
"Maaaaaaaaaaaaaaan, yooooooooooooooooooooooo eyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy Alderrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr" - sich aufregender Halbstarker der im Begriff ist, ein Buch nach seiner Zimmertür zu werfen (vermutlich ein Schulbuch - sonst liest er nur im Web)

2 Stunden später  im unteren Bereich der Wohnung....

"Eyyyyyyyyyyyyyyyyy...ich will dille, treff mich noch mit meinen Homies!?" - kurz vor dem Hyperventilieren stehender Heranwachsender
"Beim Kredenzen ausgesuchter Essenzen ist ein kleiner Fauxpas geschehen, der unverzeihlich ist, es mir aber leider unmöglich macht, deinen Gusto zu befriedigen"! - in sich reingrinsende Mutter, die einen dummen Jungen mit Fragezeichen über dem Kopf zurücklässt.

Ja, so knallen Welten aufeinander und es muss zu Missverständnissen kommen, oder?

Aber nicht, wenn man einen entsprechenden Übersetzer am Start hat *sfg*.

Also Mamas und Papas...lasst euch nicht verwirren und setzt euch gegen eure aufsässigen Teenies zur Wehr g*, lernt fleißig den anscheinend neuen "Sprachgebrauch" und antwortet so, dass eure Kinder euch verstehen. Schließt jedoch vorher die Fenster, damit euch niemand hört und streitet alles ab, wenn ihr darauf angesprochen werdet *sfg* - das Motto heißt: Haltung wahren!

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