Hallo Welt, man hat mich wieder. Nachdem wir nun schon seit 2 Monaten im kalten Norden wohnen, hat sich so einiges getan. Nichts unbedingt erfreuliches, aber eigentlich, so im nachhinein drüber nachgedacht, ist manches zum weglachen komisch. Aber lest selbst..
Wer glaubt, dass er voll im Streß sei, weil er einen "normalen" Umzug hinter sich hat, der irrt gewaltig g*. Im Normalfall ist es zwar schon etwas stressiger, wenn man an Tausend Dinge denken soll, sich ummelden muss und weder Kaffeemaschine noch Bügeleisen wiederfindet, aber der Streß endet, sobald die Möbel aufgebaut und die Kartons geleert sind. Unser Umzug war alles andere als normal, wie ich jetzt, 2 Monate später behaupten darf..und...es ist noch nicht vorbei!
Aktueller Stand der Dinge: Wir haben noch immer keinen Schrank aufgebaut, noch nicht mal mehr ein Bett und unsere Kartons sind zwar komplett durcheinander und weisen Spuren von Verwüstung auf, bei der Suche nach dem ein oder anderen Teil, aber ausgeräumt sind sie definitiv nicht. Wie auch, so ohne wirkliche Wand....
Ich sehe euch ungläubig schauen? Dürft ihr auch, mich hat es auch weggehauen, aber Tatsache ist, das wir mit Renovieren nicht weiterkommen, weil fast jede zweite Wand ein Tapezieren unmöglich macht. Sei es, das blanker Lehm mit Tapete bedeckt war...oder der Putz nicht nur rieselte, sondern in Brocken von der Wand fiel.
In der zweiten Nacht sah mein Schatzi in den Abgrund, beziehungsweise er fühlte, wie er dem Abgrund näherkam und gruselte sich, bis er wieder einschlief. Denn während er so auf der Couch lag und über dies und jenes nachdachte, um in den Schlaf zu fallen, senkte sich sein Schlafgemach um einige Zentimeter...so ruckartig, als wenn kleine Ärmchen das Sofa nach unten zerren wollten. Wie sich am anderen Morgen herausstellte, waren es keine mystischen Kräfte ...sondern unser Fußboden, der ein rechteckiges Loch aufwies, in welches unsere Couch zu versinken drohte. Naja, man ist flexibel...legt ein Holzbrett drüber und verdeckt den Schock mit dem Gedanken an ein heißes Bad.
Wieder weit gefehlt....heißes Wasser ist in diesem Haus ein Glückstreffer....wobei ein Bad bei diesen Temperaturen zum einen abhärtet und zum anderen im Sommer sehr erfrischend sein kann. Außerdem fallen einem dann die Raumtemperaturen, ca. 16 Grad, kaum noch auf, wenn man schnatternd aus der Badewanne fällt.
Da auch die Behörden nur sehr langsam in die Gänge kamen, sah es finanziell anfangs auch nicht wirklich rosig aus, doch das passte zur Gesamtsituation...zumal wir auch niemanden telefonisch zusammenfalten konnten, da auch unser Telefonanbieter sich in die Reihen derer einsäumte, die uns mal kreuzweise am ........usw. usw. Die brauchten nämlich einige Wochen, um uns wieder am "virtuellen Leben" teilhaben zu lassen...deshalb war es mir auch nich mehr möglich, euch was "nettes" zu schreiben :-).
Mittlerweile nervlich fertig trotteten wir fröhlich zur Bank, um unser endlich eingetroffenes Geld abzuheben. Motiviert schob ich die Scheckkarte ein, tippte die lästige Geheimzahl ein, lächelte meinem Mann durch die Scheiben der Bank zu...und erschrak: "FEHLEINGABE....bitte geben Sie Ihren Pin erneut ein". Wow...ein erneuter Versuch, denn so schnell gebe ich ja nicht auf...das gleiche wieder. Nun die Überlegung, soll ich den Automaten zum Duell rausfordern oder flennend zusammenbrechen..., nein, ich schaute auf meine Scheckkarte und schlug mir sinnbildlich vors Hirn. Ich hatte zwar die richtige Nummer, jedoch die falsche Karte. Es endete damit, das ich es durch meine unglaublich konzentrierten Bankgeschäfte schaffte, gleich beide Karten gesperrt zu bekommen. Nein, wir brachen nicht zusammen, mein Schatz und ich bekamen ein hysterisches Lachflash, was in Anbetracht der Situation einfach nur Verzweiflung war.
Vor zwei Wochen sollte unser Durchbruch kommen...die Vermieter, nach endlosem "Tut mir leid, wir können doch nicht vorbeikommen", meldete sich erneut zu einem "Kennenlern-und-Haus-Besichtigungs-Termin" an...und erschien tatsächlich, kaum waren die 2 Monate fast vergangen. Ein Übergabeprotokoll zwischen unserem Vormieter und dem Vermieter fand nie statt, sodass der Vermieter vor 7 Jahren das letzte Mal in diesem Haus stand, was wohl schon zu diesem Zeitpunkt sehr sanierungsbedürftig war, was natürlich vom Vermieter vehemend abgestritten wurde. Klar....
Tja, wie soll ich erklären was dann folgte...., viel blabla...einige Tränen später, erfuhren wir dann, dass eine große Sanierung ins Haus steht und wir leider wieder ausziehen müssten...! Wir sollten also bis Anfang Januar das komplette Haus wieder räumen, für ca. 4 Wochen verschwinden und dürften dann wieder einziehen. Ende vom Lied? Für uns nicht, oder jetzt erst recht nicht! Da wir einen gültigen (von beiden Seiten unterschriebenen) Mietvertrag nachweisen können, sehen wir keinen zwingenden Grund, unseren Auszug zu planen, zumal es einige Tage vor Weihnachten steht und uns kein Vermieter ein Domizil für wenige Wochen bietet, so wie unser Vermieter es vorgeschlagen hat. Hier schlägt der pure Wahnsinn zu und wir sind die Hauptakteure in unserem eigenen Thriller...oder spielen die Darsteller in "Geschenkt ist noch zu teuer" Teil 2. Mal schauen wie es weitergeht...wir haben uns jedoch Unterstützung geholt und werden nächste Woche erst mal schauen, was der Mieterbund zu unserem "Haus" sagt...warum in Anführungszeichen? Weil Häuser werden bewohnt, und das, was wir hier tun, kann man nicht wohnen nennen, da nicht ein einziges Zimmer wirklich bewohnbar oder zu renovieren ist...bisher! Aber, man darf die Hoffnung ja bekanntlich nicht aufgeben....
Ich halte euch auf dem Laufenden...und freue mich über eure Feedbacks...drückt mal die Daumen, dass ich meinen Humor nicht verliere und das hier irgendwann ausgestanden ist...
Wer in ähnlicher Situation steckt, dem sei gesagt: Fürchte Dich nicht vor dem, was Du gerade durchlebst und glaube mir, es kann noch viel viel schlimmer kommen *sfg*. Aber...irgendwie kommt man da auch wieder raus, manchmal auf mysteriösen Umwegen...
Liebe Grüße aus dem Norden und ein schönes Wochenende...wünscht Euch
Euer etwas angeschlagenes Questinchen ..



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