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Freitag, 3. März 2017

Party - das fetzt!

Ihr kennt das - überall steppt der Bär und Dein Blut fängt an zu vibrieren, weil du mitsteppen möchtest? Ich nicht..aber hin- und wieder brauche auch ich mal Tapetenwechsel, Partymucke und Gelächter.

Man sagt ja immer, "je oller je doller", doch ab und zu stelle ich fest, dass das nur bedingt stimmt. Meine Freundin und ich waren in den 80er und 90er Jahren voll in unserem Element. Keine Party wurde ausgelassen, kein Wochenende blieb ungenutzt und selbstverständlich sind wir auch heute noch so...zumindest redeten wir uns das in den letzten Jahren ein. Früher stand sie mit ein paar Outfits zur Auswahl in meiner Wohnung, laberte auf mich ein und vermittelte mir das Gefühl, dass es mein innigster Wunsch ist, mit ihr Party machen zu gehen..und was soll ich sagen, sie schaffte es immer. 

Es liegt ein paar Wochen zurück, als wir den Plan fassten, unsere einzig nahe liegende Discothek mal so richtig auf zu mischen. Wir wollten es den "Dorfeiern" zeigen, präsentieren, wie sich Stadtmenschen amüsieren. Ich muss dazu sagen, dass unser Dorf sehr sehr klein ist und der sonntägliche Gottesdienst sicher schon ein Highlight für die meisten darstellt. Wir jedoch kommen eigentlich aus der Großstadt und können jederzeit Spaß und Party haben. Da ich aber mittlerweile umgesiedelt bin und zu den sogenannten Dorfhupen zähle, muss ich mich mit den Begebenheiten zufriedengeben und die Feste feiern, wie sie fallen! Gegenwärtig tobt sowieso der Bär, da Karneval ist..natürlich nicht hier, aber in meiner Heimat sind die Bewohner schon seit Tagen im Dauersuff mit breitem Grinsen im Gesicht. 

Wie gesagt, wir planten einen Besuch in unserer naheliegenden Discothek, da uns die Location dort sehr zusagt. Außerdem stand der dortige Besuch unter dem Motto "80er und 90er Jahre", also voll unser Ding. Tage vorher telefonierten wir bereits, um alles minutiös zu planen, schließlich sind wir keine Anfänger. Es wurde durch  diskutiert, wer sich denn alles anschließen soll, wie wir hinkommen, wie wir heimkommen, was wir anziehen etc. etc. Schließlich überlässt eine Stadtfrau nix dem Zufall, gelle? Es folgten weitere 3 Telefonate, um den Termin immer und immer wieder zu bestätigen. Wir einigten uns darauf, das uns die Männer (AUSNAHMSWEISE) mal begleiten dürfen. Meiner war so begeistert, dass er krampfhaft anfing, Ausreden zu finden, um nicht mit zu müssen. Ich hatte mir das schon ein wenig anders vorgestellt, aber ok, er ist halt hier geboren :-). Einen Tag vor dem geplanten Mega-Event, ich hatte schon Stunden mit Klamotten suchen, Nagellack abstimmen, waschen, aufbügeln und sortieren zugebracht, teilte sie mir mit, dass sie nicht ganz so motiviert wäre, aber auf alle Fälle herkommen würde. Es folgte meinerseits ein Mega-Einkauf, da ich schließlich auf alles vorbereitet sein wollte und damit mir hier niemand verhungert. 

TAG X! Sie kam mit ihrem Herzallerliebsten und wir kuschelten uns alle zusammen in meine monströse 16 (maximal) Quadratmeter Küche. Nach 30 Minuten wussten wir, dass wir ganz die alten sind...*räusper*..wir bestellten uns Pizza, laberten wirres Zeug und versuchten voller Verzweiflung den Niedersachsen das Knobeln beizubringen, was völlig zum Scheitern verurteilt war. Der Abend endete sehr frühzeitig, was ja ab einem gewissen Alter ein sehr dehnbarer Begriff ist. Schließlich braucht unser Körper etwas länger zum Regenerieren, als bei einem Zwanzigjährigen...nicht, dass wir da altersmäßig sehr drüber liegen, aber wir brauchen halt länger - SCHLUSS! Natürlich musste während des Abends der Satz kommen "Naja, so spart man ja auch Geld, gell?" und es wäre eigentlich nicht der Rede wert, wenn es nicht schon das vierte Mal gewesen wäre, dass wir von langer Hand planen und letztendlich schmatzend in irgendeiner Wohnung hocken und vollgefressen, weit vor 12 Uhr, ins Bett fallen! 

Das letzte Mal, als wir so einen Plan fassten, war es eigentlich ähnlich. Ich besuchte seit langem mal wieder mein heiß geliebtes Rheinland, im Schlepptau eine Freundin aus Niedersachsen, der ich das richtige Stadtleben zeigen wollte, insbesondere das Nachtleben der Großstadt. Wir hatten uns mit einigen Leuten von früher verabredet und wollten erst groß essen gehen, um anschließend ins Nachtleben einzutauchen und natürlich nicht vor dem Morgengrauen im Taxi sitzen. Ich besuchte tagsüber mit meiner Freundin die Stadt, um ihr die Vielzahl unserer Geschäfte und natürlich die Schönheiten der City zu zeigen. Wir kamen völlig entkräftet so gegen 16 Uhr wieder in der Wohnung meiner anderen Freundin an. Nun hieß es Rudelduschen! Meine niedersächsische Freundin konnte sich als erste aufraffen, während ich noch alle Glieder schlapp vom Körper hängen ließ. Hilft es, wenn ich sage, dass sie jünger ist? Mir nicht! Kurze Zeit später saß sie schon frisch geduscht auf der Terrasse und noch immer kam von mir kein Lebenszeichen, ich glaube ehrlich, ich hab mich bis zu ihrer Wiederkehr nicht bewegt. Nach ca. 1 Stunde schaffte ich es dann auch mal, duschen zu gehen, nicht wirklich motivierter. Meine rheinländische Freundin gähnte herzhaft, als ich zurückkam und wir grübelten schon da, ob wir vielleicht nur essen gehen, einen Absacker im Weindorf zu uns nehmen und wieder heimkehren. Nach vielen Gedankensprüngen, noch weniger Motivation, gefühlten 100 Texten mit unseren Freunden, die wir ja eigentlich treffen wollten, kamen wir zu dem Entschluss, dass es ja weitaus bequemer wäre, Essen zu bestellen. Ok, dass war nicht ganz das, war wir geplant hatten, aber der Gedanke, sich nicht wirklich bewegen zu müssen, schien mir geradezu verlockend! Der Abend endete sehr früh, wir schaufelten Essen in uns rein, sahen uns einen merkwürdigen Film an und gaben uns der Müdigkeit hin. Immerhin erzählte ich meiner niedersächsischen Freundin, was wir alles hätten sehen können, damit sie ein paar geliehene Erinnerungen mit nach Hause nehmen konnte. Ihr seht...das Ausgehen verliert anscheinend seinen Reiz, wenn man erst einmal älter wird. Schließlich gilt es an solch besonderen Tagen nicht, die Schönheit zu unterstreichen, sich ein wenig aufzuhübschen und sich in die Menge zu stürzen...da heißt es präzise planen, restaurieren und sanieren, um das bisschen, was noch schön ist, hervorzuheben...sehr gekonnt dass verstecken, was besser keiner sehen soll und vor allen Dingen..WACHBLEIBEN, bis es denn endlich losgeht. 

Ich hoffe, dass ich das nächste Mal, wenn es wieder heißt...PARTYYYYYYYYYYYYY...wenigstens so lange motiviert bin, bis ich die Tür hinter mir schließe, um meinen Hintern in ein Auto zu schwingen, was mich dorthin bringt, wo das Leben tobt!

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