Seiten

Donnerstag, 14. Februar 2019

Terror in den eigenen 4 Wänden - ich liebe Teenager!

Über was quatschen wir Frauen am liebsten, wenn es nicht gerade um Sex oder Kerle geht? Genau..über unsere Gören. Kleine Terroristen in zuckersüßer Gestalt, die nur so süß aussehen, damit wir sie nicht auffressen :-).

Es gibt Tage, da fühle ich mich wie auf dem Schlachtfeld. Ein kleiner Krieg, aber dennoch ein Krieg. Die feindlichen Gruppen...Terroristen gegen die Staatsgewalt, also...Teenager gegen Mutter :-). Klingt lustig..isses aber nicht. 

An anderen Tagen bin ich der Aufseher eines Erziehungscamps...nämlich immer dann, wenn ich das Internet kappe. Denn in solch kritischen Phasen muss ich aufpassen, dass Junior keine anderen Wege findet, um an sein Ziel zu kommen...die geliebte Playstation - insbesondere "Fortnite". 

Schulisch und auch im Alltag kann sich der junge Terrorist nicht konzentrieren, geschweige denn 2 Sachen merken. Ob es sich um das Mitnehmen eigener Kleidungsstücke nach dem Sport handelt ...oder um das nach Hause bringen gefühlter 10.000 Brotdosen. Erklärung: "Hab ich nicht dran gedacht, Aldaaaa"! Ja...die charmante Wortwahl lässt erkennen, dass der Terrorismus weit fortgeschritten ist. Kein Respekt mehr vor dem Staatsoberhaupt und immer der Meinung, ein bisschen härter und besser zu sein. Dabei ist die Realität ja nun mal eine andere, oder? Während seines Spiels funktioniert die Konzentration hervorragend und selbst die Merkfähigkeit liegt weit über dem Durchschnitt - aber leider nur dort!

Immer, wenn man denkt... dass es Zeit für Einzelhaft oder Entzug geliebter Gegenstände, in diesem Fall Elektronikartikel, ist, findet der kleine Terrorist Möglichkeiten, uns weich zu klopfen. Mal ist es die fette Umarmung mit dem Dackelblick, mal ein raus gebrachter Müll, um dessen Entsorgung man nicht 10.000 Mal gebeten hat. Und wenn es ganz hart kommt, um uns zu brechen, werden wir schlicht und ergreifend zuckersüß "Mami" genannt. Verschwunden ist die Härte und Flegelhaftigkeit, vergessen das schlechte Benehmen und die Respektlosigkeit. Unfassbar!

Kaum lässt man die Leine wieder lockerer, mutiert dieses kleine Wesen wieder zum Terroristen und der Krieg beginnt von vorne. Telefonate mit Freunden vertagt man, da Mutti die halbe Zeit mit der Lehrerin korrespondiert, weil der Zögling mal wieder alles gegeben hat. Vergessene Hausaufgaben und Materialien, Stören des Unterrichts, schlechte Noten, Leistungsabfall und natürlich, nicht zu vergessen, das Drangsalieren der Mitschüler. Es folgt Phase 2 - Einzelarrest und Entzug! Nach mehreren Stunden Genöle und Rumgeheule folgt eine Tirade von Argumenten, die für die Nutzung der Playstation sprechen. Führt das zu nix kommen mehrere Hilfsangebote wie das Erledigen des Einkaufs, das Aufräumen des Zimmers (welches WIR natürlich in diesen Zustand gebracht haben) und selbst vor dem Putzen der Küche wird sich nicht gescheut! Nun beginnen die Verhandlungen, die natürlich mit reuevollem Gesichtsausdruck und Tränchen in den Augen geführt werden. Ja, die wissen, wie sie uns bearbeiten müssen. Aber Terroristen sind nun mal für ihre harten Foltermethoden bekannt, gelle?

Nun heißt es hart sein! Eine Erinnerung an das zuvor geführte Telefonat mit der Lehrerin kann hier hilfreich sein. Man findet einen Kompromiss, indem man die Spielzeit senkt und an das Erledigen diverser Aufgaben erinnert! Wir halten das für pädagogisch wertvoll und wollen der lieben Frau Saalfrank nacheifern. Leider scheitert der Kompromiss natürlich am Einhalten der Spielzeit und am Ignorieren der auferlegten Aufgaben und man geht wieder in den Ring!

Irgendwann resigniert man als Staatsoberhaupt und fängt an, die Fehler bei sich selbst zu suchen! Wie war man selbst in dem Alter? War man vernünftiger? War man respektvoller im Umgang mit der Führung? Wie war das in der Schule? Riefen die Lehrer auch die Eltern an? Natürlich nicht...sie schickten Briefe :-). 

Ja, Terrorismus ist eine ernst zunehmende Thematik, besonders, wenn er sich im eigenen Haushalt abspielt. Das Problem an der Geschichte ist nun mal, dass wir unsere Reife und Lebensweisheiten zwar kennen, sie aber nicht implantieren können. Teenager müssen auf ihre eigenen Nasen fallen, nicht auf unsere...sie müssen ihre eigenen Fehler machen, aus denen sie mit viel Glück lernen. 

Wichtig ist, dass Mamis u. Papis entspannt bleiben...denn zerstörte Nerven lassen sich nicht ersetzen und die Zeit, die man für die Kriegsführung braucht, gibt einem auch keiner wieder! Also...immer schön durchatmen...im Zweifelsfall mal in ein Wellnesshotel fahren oder aber dem Junior mal einen Spiegel vorhalten. 


Wenn er hungrig in der Küche zusammenbricht mal ganz gechillt sagen: "Ey, Aldaaaaaaaaaaaa...da hab ich doch glatt vergessen zu kochen...mach Dir ein Brot, 2 Arme scheinst du ja zu haben, sonst wäre das mit der Konsole ja echt scheiße!"

Und tröstet Euch...wir sitzen alle im selben Boot^^



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Schreibt mir eure Gedanken...freue mich über Feedbacks :-)

Gesamtzahl der Seitenaufrufe