Ostern steht in den Startlöchern und somit ist es eine Tatsache - der Frühling ist da! Ich habe heute schon mehrfach aus dem Fenster geschaut und warte auf die Sonne, die mir mit ihren Strahlen zeigt, wo mein Putzlappen Streifen an den Scheiben hinterlassen hat. Warum freuen wir uns eigentlich so auf die Frühlingszeit?
Gut, zugegeben, es ist schon toll, wenn es wärmer ist, das spart jede Menge Heizkosten, die ich dann in neue Klamotten investieren könnte. Doch kaum wird es wärmer, werde ich beim Gassi gehen mit unserer Dicken, einem ausgewachsenen Kamel der Rasse Schäferhund, wieder Slalom laufen müssen, weil das ganze Dorf zur gleichen Zeit dort entlang spaziert. Außerdem läuft man ständig Gefahr von Dreirädern oder Bobbycars der gefährlichen Kleinkinder angefahren zu werden. Das ist gruselig und macht einem schon Angst.
Auch die Geräuschkulisse ist alles andere als angenehm, wenn man an einem warmen Tag, den Unwissende als "freundlichen" Tag bezeichnen, draußen vegetiert. Kreischende Kinder, hupende Autos, zwitschernde Vögel, brummende Bienen und das laute "RRRRRIIIIIIIIIIIING" von Fahrradklingeln, ausgelöst von Hobbybikern, die glauben, dass sie mich durch Dauerbimmeln schneller von einem Ort zum anderen bewegen könnten. Fehlanzeige - ich bin stur! Das sind diese Momente, wo ich in meiner schwarzen Seele überlege, welche Strafe mich wohl erwartet, wenn ich einen dicken Ast aufhebe und ihn ganz versehentlich in die Speichen geraten lasse.
Als geplagte Mama darf ich vor allen Dingen überlegen, was der "Osterhase" - dieser faule Lump - meinem Kurzen ins Nest legt. Würde er das doch nur mal selbst übernehmen, dann hätte ich Zeit, die Bude zu säubern. Außerdem darf ich mir den Kopf zerbrechen, wo ich das Osternest verstecke? Mein Sohn kennt schon alle Winkel im Haus und für einen längeren Spaziergang bin ich zu müde, da mein Kleiner an solchen Tagen meist schon um fünf Uhr morgens vor Aufregung durchs Haus stolpert! Ich käme mir auch recht dümmlich vor, wenn ich schlaftrunken mit einem 8jährigen an der Hand, beim Schein der Straßenlaternen, durchs Dorf falle, um die Hinterlassenschaften eines imaginären Hasens zu suchen.
Oh, mir fällt gerade ein, dass ich dummerweise meinem Kleinen versprochen habe, die Ostereier für den Scheiß-Hasen einzufärben. Wer bin ich - Dali?? Ich weiß schon jetzt, wie das endet. Das Gematsche der Farben hinterlässt hässliche Ränder an meinen Fingern und derbe Flecken auf meinem Holztisch, weil ich schließlich grundsätzlich vergesse, etwas drunter zu legen. Doch, selbst wenn ich daran denken würde, mein Kurzer würde daran vorbei arbeiten, um im Anschluß zu sagen: "Ups..."! Für dieses "Ups" darf ich mich mal wieder krummlegen. OK, kurz und bündig - ich kaufe gefärbte Eier und erzähle ihm, dass der Freak von Hase nur noch gekaufte verteilt, aus wirtschaftlichen Gründen. Er wird es verstehen :-).
Das nächste Problem werden die Klamotten sein - klar, was sonst - ich bin eine Frau. Ich werde in meinem Schlafzimmer stehen, etwas anprobieren und meine Laune wird in den Keller sinken, weil wieder irgend jemand die Klamotten ne Nummer kleiner gekauft und in meinem Schrank versteckt hat. Ich werde wütend werden und jeden und alles angrummeln. Dann werde ich Trick17 anwenden, hohe Schuhe dazu anziehen wollen und mit Sicherheit nur einen davon finden. Unser Haus frisst grundsätzlich den zweiten Schuh, nur - um mich zu ärgern! Also werde ich noch schlechter gelaunt sein!
Da ich eine sehr belesene Hausfrau bin weiß ich aus einer dieser schweineteuren Frauenzeitschriften, dass es üblich ist, den Wohnraum saisonal zu dekorieren und natürlich lasse ich mir das nicht nehmen - ich gehe mit der Zeit. Ich habe bereits Karneval sehr beeindruckend gezeigt, dass ich weiß, wie es geht und habe einen blauen (oder sagt man aquamarinfarbenen?) Luftballon an unsere Deckenlampe geklebt. Gut, zugegeben, der gewählte Platz dieser pompösen Dekoration war nicht so der Bringer - der Ballon platzte mit einem lauten Knall und erschreckte uns alle zu Tode, als er der Glühbirne zu nah kam. Aber - es war saisonal (was für ein Wort) dekoriert. Jetzt zu Ostern werde ich zeigen, welch moderne Hausfrau und Mutter in mir steckt - ich habe gelbe und grüne Servietten gekauft, die werde ich stilecht überall dort auslegen, wo ich nicht Staub wischen mag und dann leg ich noch einen drauf und drapiere ein bereits gefärbtes und teuer erworbenes Osterei hinzu. Ostern kann kommen!!! Ich bin gewappnet.
Naja...mir wird gerade schlecht und ich frage mich, ob ich Ostern nicht ganz ausfallen lasse, da mein Mann, gerade beruflich nicht in der Heimat, diesen Beitrag lesen wird und ich bin mir nicht sicher, ob er noch nach Hause kommen mag, nachdem er gelesen hat, was auf ihn zukommt....
FRÖHLICHE OSTERN....



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