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Montag, 25. März 2013

Unser kleines Haus

Wie der Titel bereits verrät, möchte ich heute ein wenig aus dem Nähkästchen, beziehungsweise über unser Haus und die nähere Umgebung plaudern. So unscheinbar winzig unser Domizil auch ist, es gibt unglaublich viele Dinge darüber zu berichten. Sei es über die Nachbarschaft, den Ort oder auch über Kuriositäten innerhalb unserer vier Wände..aber lest selbst.


Als wir vor sieben Jahren hier einzogen, unterlag ich dem Irrglauben, ein Paradies entdeckt zu haben. Nicht, das hier Palmen wuchsen oder ein braungebrannter Muskelmann mir Cocktails gebracht hätte, aber es war immerhin ein Haus, nur für uns Chaoten. Über die Kleinigkeit, dass wir Durchgangszimmer in der oberen Etage haben oder die letzten Zimmer das Wunderwerk Heizung vermissten, schaute ich einfach blind hinweg. Schließlich kann man ja alles ändern, nicht wahr?



Was ich nicht ahnen konnte, war die Tatsache, das der Blocksberg sich in der direkten Nachbarschaft befindet und mit dem Krähen des Hahns alles zum Leben erwacht. Eine Hexe wohnt direkt nebenan und wenn es nachts heller wäre, würde ich sie sicherlich mit dem Besen ums Haus fliegen sehen. Sie mag keine Kinder, keine Tiere und ich schätze mal, dass sie sich selbst auch nicht sonderlich mag. Ihre Mundwinkel hängen grundsätzlich nach unten, was natürlich die Folgebehandlung einer missglückten Schönheitsoperation sein könnte oder aber es lehrte sie niemand, dass man die Mundwinkel sogar nach oben gleiten lassen kann. Wie auch immer, mich kann sie damit nicht meinen, da ich gelernt habe, Menschen zu ignorieren, die mich aufregen. Statt eines schwarzen Katers (sie kann ja Tiere nicht leiden) hält sie sich einen Sohn mit einem schwarzen Auto, was in etwa aufs Gleiche rauskommt, wenn man diesen Typen näher kennenlernt. Der faucht auch, wenn sie ihn schickt und wenn Gegenwehr kommt, zieht er die Krallen ein und rennt davon :-). Der hat es tatsächlich mal geschafft, 10x meine Klingel zu drücken und mich dann noch erstaunt anzuschauen, als ich ihn darauf hinwies, dass ich nicht taub bin und bereits in der Bedienungsanleitung gelesen habe, dass ich die Klinke nach unten drücken muss, wenn dieses Geräusch ertönt, damit die Tür sich öffnet. Aber über diese Kreatur muss ich nicht weiter nachdenken, da er gottlob nur ab und zu Gast auf dem Blocksberg ist.



Dieses Haus bietet auch historisch Interessierten sehr vieles, da einige Armaturen und auch die Elektrik noch aus der Jahrhundertwende zu sein scheinen (vielleicht sogar noch älter). Jedenfalls gehe ich davon aus, wenn ich bedenke, dass es doch sehr verwundert, das 8 Steckdosen im Wohnzimmer ausfielen, nur weil wir den Durchlauferhitzer in der Küche vom Strom trennten. Dafür lief aber eine vermeintlich tote Steckdose und lieferte ohne nennenswerte Leistung einer Neonröhre Licht??!!!



Naturliebhaber und Biologen kommen mit diesem Traumhaus ebenfalls auf ihre Kosten, da der Schimmel schneller wächst, als ich Schimmelentferner aussprechen kann. Auch Hartgesottene können hier ein wahres Survival-Training absolvieren, wenn sie bei den momentanen Temperaturen versuchen, zu duschen. Nein, nicht dass kein Wasser laufen würde...dass tut es hier im Haus überall dort, wo man es nicht braucht, manches Mal sogar aus dem Boden, ich meinte eher die Temperaturen des flüssigen Elements. Man muss es halt zu nehmen wissen und da ich sehr gesundheitsorientiert bin, gestalte ich einfach mein Wechselduschen etwas anders, als herkömmlich üblich. Ich lasse das erfrischend kalte Wasser kurz über den Körper huschen, seife mich ein und wechsele die Farbe. Dann drehe ich das Wasser ab, weil ich zu wütend bin, um es wieder anzumachen und warte einen Moment, bevor ich dann, mit viel Glück, etwas wärmeres Wasser zum Abspülen habe. 

Seit ein paar Wochen gehöre ich auch zu den sportlich Begeisterten, jedenfalls trainiere ich täglich aufs Neue. Immer dann, wenn ich spülen muss. Ich darf bis zu 7 Mal ins Badezimmer laufen, bewaffnet mit dem Wasserkocher, um mir mein Spülwasser zu holen, denn wenn ich das aus der Küchenleitung zapfen wollte, würde ich mir Taucherflossen und Schnorchel anziehen müssen, um dort nicht abzusaufen. Es hält fit, jung und knackig und zeigt mir, wie gut ich es doch habe, da ich unter diesen Umständen eine Menge Kilowattstunden spare, die mein Durchlauferhitzer sonst benötigen würde. 



Mein Sohn lebt sehr gerne hier, hat er doch täglich freie Sicht auf den Nachthimmel...er hat es nämlich gerne hell. Das ist zwar nicht unbedingt von mir gewollt, doch der Rolladengurt wurde vom Rolladen-Kasten aufgefressen und bis heute nicht wieder ausgespuckt. Ja, unser Haus ist schon ne Wucht und irgendwie was ganz Besonderes. 

Das Intimleben erhält auch eine ganz besondere Note, da man sich bewusst ist, dass im Umkreis von mindestens 20 Metern ein Jeder jeden Ton mitkriegt. Woher ich das weiß? Naja, ich brachte den Müll raus, während in meinem Wohnzimmer eine recht ruhige Diskussion bei geschlossenem Fenster stattfand...auf die ich nach dem wieder Eintreten dann meine Statements lieferte. Ich könnte mir vorstellen, das meine körperlichen Aktivitäten so manchen Nachbarn dazu animiert, sich nach Beendigung des "Aktes" eine Kippe anzumachen, um zu entspannen. Was wäre Sex ohne die Zigarette danach, gelle?

Nebenbei gesagt...wir haben immerhin ein Dach über dem Kopf und immer Gesprächsstoff und solange es noch nicht reinregnet, lässt es sich aushalten!!!!

*SFG*....euch allen noch viel Spaß auf meinem Blog

1 Kommentar:

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